ver.di macht Schule!
Schule ist ein komplexes Gebilde mit hohen Anforderungen an alle, die den Schulbetrieb täglich am Laufen halten.
Jede Schule ist so groß wie ein mittelständisches Unternehmen, doch mit Zuständigkeiten und Entscheidungen, die auf verschiedenen Ebenen angesiedelt sind -im Bund, Land, Bezirk und in der Schule selber. So werden schon hier an alle Beteiligten hohe Anforderungen in Sachen Verwaltungshandeln, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit gestellt. Und vieles dauert ewig, obwohl der Handlungsdruck groß ist.
Ohne das unermüdliche Engagement von z.B. Schulverwaltungskräften, Verwaltungsleitungen, Schulhausmeistern und Schulhausmeisterinnen, Erzieherinnen und Erziehern, Betreuerinnen und Betreuern, aber auch von den Beschäftigten der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, der IT Stellen und der Schul- und Bauämter der Bezirke könnte Schule/ Unterricht nicht stattfinden.
Dabei ist der Personalmangel in allen Bereichen ein Problem. Dieser wird jedoch von der Dienststelle, wenn es um die Bezahlung und die Anerkennung von Vorerfahrungen geht, konsequent negiert. Dass Lehrkräfte „Mangelware“ sind, steht außer Frage, aber bei allen anderen Tätigkeitsfeldern wird so getan, als wenn selbstverständlich alle Stellen sofort besetzbar seien. Dann fragen wir uns doch, warum z.B. für Schulverwaltungskräfte Dauerausschreibungen die Realität sind?! Und die Situation in der größten Personalstelle des Landes ist seit Jahren ein Drama!
Wir fordern eine Gleichbehandlung aller an Schule beschäftigten Kolleg*innen!
Dazu gehört eine proaktive Prüfung der anerkennungsfähigen Berufserfahrungen oder die Berücksichtigung von förderlichen Zeiten bei allen an Schule beschäftigten Kolleg*innen. Wir brauchen sie alle in unseren Reihen dringend, da verbieten sich Einstellungsverfahren im Abwimmelmodus. Dazu gehört auch, dass „zu viel/zu hochwertige“ Vorerfahrung mitunter zu einer niedrigeren Eingruppierung oder zu einem Einstieg in Stufe 1 führt, weil die Regelungen im Tarifvertrag so eng wie möglich ausgelegt werden. Zudem haben sich die Aufgaben und Tätigkeiten der Schulverwaltungskräfte und Schulhausmeister in den letzten Jahren stark verändert und machen aus unserer Sicht eine Überprüfung der Eingruppierungen erforderlich. Auch hier würden wir uns wünschen, die Personalstelle würde sich als Personalservice begreifen.
Ein weiteres Thema, das uns in den letzten und zukünftigen Jahren beschäftig(t)e, ist die Digitalisierung der Schulen. Die zunehmende Einführung von neuen sowie die Funktionserweiterungen vorhandener Fachverfahren erfordern Ressourcen, die oft an Schulen nicht vorhanden sind – sowohl personelle als auch zeitliche und finanzielle. Wir im HPR achten darauf, dass die IT-Verfahren gebrauchstauglich und barrierefrei sind und der Datenschutz nicht zu kurz kommt. Die Auswahl der Verfahren und der Ausstattung liegt nicht bei uns, sondern das entscheidet die Dienststelle.
Der Hauptpersonalrat hat seit 2019 bzw. 2020 abgeschlossene Dienstvereinbarungen zu alternierender Telearbeit bzw. Arbeit mit mobilen Kommunikationsgeräten.
Diese sind selbstverständlich für alle Beschäftigten des Landes Berlin gültig! Es ist ein Skandal, dass die Bildungsverwaltung bis heute den Schulverwaltungsmitarbeitenden diese Möglichkeiten verweigert. Die politische Hausspitze hat uns die Anwendung der Rahmendienstvereinbarungen auch im Bildungsbereich zugesichert, sie kann sich aber anscheinend immer noch nicht durchsetzen. Wir werden die Umsetzung dieser Vereinbarungen vorantreiben. Wenn es nötig ist, auch mit rechtlichen Mitteln. Und sagen schon jetzt: die Ausrede, man habe keine technische Ausstattung, lassen wir nicht gelten.
Es muss endlich Schluss sein mit dem psychischen Druck von Einzelarbeitsplätzen und der Ferienvorarbeitszeit für Schulverwaltungskräfte! Diese führt dazu, dass alle Stellen nur mit einem Stellenanteil von maximal 90% ausgeschrieben werden. Außerdem fordern wir eine auskömmliche Ausstattung der Schulen mit Verwaltungsmitarbeitenden, ohne dass dabei zu Lasten der Lehrkräfteausstattung gerechnet wird.
Alle anderen Berufsgruppen an Schule, wie Betreuer*innen, Sozialarbeitende, Erzieherinnen, Psychologen, pädagogische Unterrichtshilfen, Therapeut*innen sind angesichts des Lehrkräftemangels und der zunehmenden Zahl von nichtpädagogischen Quereinsteigenden für eine gute Bildung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler unabdingbar. Sie erhalten viel zu wenig Aufmerksamkeit.
Dass Schulen Lehrkräftestunden in diese Professionen umwandeln, zeigt, wie dringend der Bedarf daran ist und es zusätzliche Stellen für diese Berufsgruppen braucht.
Für alle gilt: auch hier sind berufliche Vorerfahrungen wohlwollend zu prüfen und anzuerkennen.
Konflikte und Gewalt an Schulen nehmen zu.
Wir fordern eine konsequente Erfassung von Gewaltvorfällen, auch an Schulen. Die Rahmendienstvereinbarung, die wir dazu abschließen wollen, soll allen Beschäftigten Hilfe und Unterstützung geben und zeigen, dass der Arbeitgeber sich konsequent gegen jede Form der Gewalt gegen seine Beschäftigten stellt. Dazu gehören Präventionsmaßnahmen, Hilfe im Gewaltfall und Unterstützung und Nachsorge in der Zeit danach.
Im Hauptpersonalrat sind diese vielfältigen Themen verortet.
Wir von ver.di sind erfahren, gut vernetzt und scheuen nicht den Konflikt. Mit eurer Stimme machen wir uns für euch stark.
Der einfachste Weg, um mit uns in Kontakt zu treten. Wir bemühen uns um schnellstmögliche Bearbeitung eurer
Nachricht und freuen uns, euch helfen zu dürfen.
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